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"Rapp Buri, Anna ; Stucky-Schürer, Monica."

Burgundische Tapisserien

München, Hirmer 2001.

4°. 488 S.,m 341 - zumeist farbige - Abb., OLn. mit OU., neuwertig.

Tapisserien zählten wie Juwelen, Gefäße aus Edelmetall und Handschriften mit kostbaren Miniaturen zum standesgemäßen Besitz reicher Fürsten und Höflinge sowie hoher Würdenträger. Die monumentalen Formate der die Wände auskleidenden Behänge ermöglichten eine breite Schilderung komplexer Erzählungen aus dem weltlichen und kirchlichen Bereich. Die vielfigurigen Szenen hielten entweder die Erinnerung an bedeutende historische Ereignisse und ihre Helden wach oder sie vergegenwärtigten dem Betrachter literarisch hoch geschätzte Themen der Zeit. Nach der Erweiterung der burgundischen Stammlande durch Flandern im ausgehenden 14. Jahrhundert verhalf der erste Burgunderherzog Philippe le Hardi der Luxusproduktion von gewirkten Teppichen aus Wolle, Seide, Gold- und Silberfäden hier zum Durchbruch, wobei ihm die textiltechnische Spezialisierung der vom Konkurrenzkampf bedrohten Wolltuchindustrie der Region zugute kam. Auch die drei nachfolgenden Burgunderherzöge Jean sans Peur, Philippe le Bon und Karl der Kühne förderten diese Kunstgattung, indem sie nicht nur ihre eigenen Residenzen mit Figurenteppichen schmückten, sondern sie als Hochzeitsgaben und als diplomatische Präsente Verwandten, politischen Verbündeten und Gegnern, dem Klerus oder dem Papst verehrten. Diese textilen Kunstwerke genossen in ganz Europa eine hohe Wertschätzung, so daß ein weit verzweigtes Handelsnetz mit Zentrum in Brügge florierte. Ausgangspunkt der vorliegenden Untersuchung bilden die gut erhaltenen burgundischen Tapisserien im Historischen Museum in Bern, deren Auftraggeber alle bekannt sind. Diese Sammlung wird hier erstmals gesamthaft vorgestellt und mit den nächst verwandten Beispielen in Brüssel, Glasgow, Krakau, London, Reims, Rom, Rouen und Wien verglichen. Die kunstwissenschaftliche Untersuchung geht Hand in Hand mit kulturhistorischen Fragestellungen. Dem Herstellungsprozeß vom künstlerischen Entwurf bis zur Umsetzung ins textile Medium wird ausführlich Raum gegeben. Abschließend erfährt die Verwendung der Tapisserien bei höfischen Festen und wichtigen Staatsanlässen ihre Würdigung.

Schlagwörter: "Bernisches Historisches Museum ; Bildteppich ; Burgund ; Flandern ; Geschichte 1400-1500 ; Geschichte 1400-1515 ; Geschichte 1440-1515 ; Herzogtum Burgund"

Artikelnummer: EEZZ3705d


 


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